Oberliga-Team legt nach - und wie!

Der TTV Stadtallendorf ist die Mannschaft der Stunde in der Oberliga Hessen. In begeisternder Manier gewann der TTV am Wochenende beide Partien und besiegte dabei sogar den Tabellenführer und designierten Meister aus Gießen. „Was das Team zurzeit spielt ist einfach unglaublich. Das knüpft nahtlos an beste Regionalliga-Zeiten an“, so der Vorsitzende des TTV Stadtallendorf, Rolf-Werner Schmittdiel.

 

Dabei empfing der TTV mit Gießen und dem in der Rückrunde wieder in voller Montur spielenden TuS Kriftel die wahrscheinlich stärksten Teams in der Oberliga Hessen. Gegen beide Mannschaften gab es in der Vorrunde auswärts klare Niederlage. Aber am Wochenende hat sich wieder einmal gezeigt, dass der TTV zuhause eine Macht ist.

 

Kurios: In beiden Spielen lag der TTV nach den wegweisenden Doppeln zurück und kämpfte sich in den Einzeln wieder in die Partie.

 

Im Derby gegen Gießen war es „Memo“ Gasio, der das Team mit einem wichtigen 3:2-Erfolg gegen Güll am Drücker hielt und nach den Doppeln zum 2:2 ausgleichen konnte. Nach der erwarteten Niederlage von Tsiarokhin gegen den chilenischen Nationalspieler Burgos legte der TTV einen starken Zwischen-spurt hin und verwandelte den 2:3-Rückstand in eine 6:3-Halbzeitführung. Besonders überzeugend waren dabei die Siege von Jochen Schmitt gegen Abwehrstratege Igor Maruk sowie von Gregor Pociask mit einem 11:9 um fünften Satz gegen Domingo Cordero. 

 

Anschließend gingen im vorderen Paarkreuz erwartungsgemäß wieder beide Partien an die Gäste, ehe Matas Vilkas mit einem überzeugenden Sieg gegen seinen litauischen Landsmann die TTV-Führung wieder auf 7:5 ausbauen konnte. Die folgende Niederlage von Schmitt gegen Preuss fiel dann nicht weiter ins Gewicht, weil im hinteren Paarkreuz Zulauf und Pociask erneut nichts anbrennen ließen und den TTV-Sieg perfekt machen konnten.

 

Was viele nicht für möglich gehalten haben, ist dem TTV dann einen Tag später gegen den wieder-erstarkten TuS Kriftel gelungen. Denn gegen die Südhessen hat der TTV im Vergleich zu dem Gießen Spiel noch einmal eine Schippe draufgelegt. Das war auch nötig, um beide Punkte in Stadtallendorf zu behalten, denn auch die Krifteler spielten angeführt von einem überragenden Abwehrspieler Grothe Tischtennis auf höchstem Oberliga-Niveau.

 

Erneut war es unser Mexikaner Gasio, der mit einem 3:1-Erfolg gegen Tobias Schneider den 1:2-Rückstand aus den Doppeln egalisierte. Nach der Niederlage von Tsiarokhin gegen Grothe waren es dann Vilkas und Schmitt, die mit Siegen gegen Fröhlich-Wagenbach und Schneider den TTV an diesem Tag erstmals – mit 4:3 – in Führung brachte. Gregor Pociask sorgte dann mit einem überragenden Sieg gegen den starken Stockhofe für die 5:4-Halbzeitführung des TTV. Vorab war Zulauf, dem an diesem Tag nichts gelingen sollte, völlig chancenlos gegen Voss gewesen.   

 

Die kommenden vier Partien wurden dann allesamt erst im fünften Satz entschieden. Ein Umstand, der einmal mehr zeigte, wie eng es an diesem Tag in der Bärenbachhalle zuging. Gasio spielte sich nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Grothe zurück in die Partie und gewann die Sätze drei und vier, ehe er dann einen schlechten Start in den Entscheidungssatz erwischte und diesen trotz sehr guter Leistung mit 5:11 Punkten verlor. Zeitgleich behielt Andrei Tsiarokhin die Nerven im Entscheidungssatz gegen Tobias Schneider. Zuvor hatte Tsiarokhin im vierten Satz bei 10:8 Punkten zwei Matchbällen liegen gelassen. Doch in Satz fünf war er präsenter als Schneider und hatte in den entscheidenden Situationen einfach mehr Qualität in seinen Bällen.

 

Im mittleren Paarkreuz dann das gleiche Bild. Matas Vilkas und Christian Schneider lieferten sich über fünf Sätze einen offenen Schlagabtausch mit begeisternden Bällen. Wie schon in der Vorrunde hatte dabei Schneider das bessere Ende für sich. Am anderen Tisch war es dann Jochen Schmitt, der sich gegen Fröhlich-Wagenbach eine schnelle 2:0-Satzführung erspielte, sich auch durch den anschließenden Satzausgleich nicht aus der Ruhe bringen ließ und die Partie am Ende hauchdünn mit 11:9 Punkten nach Hause bringen konnte zur 7:6-Führung des TTV. Einmal mehr war es dann Gregor Pociask, der bislang eine herausragende Rückrunde spielt, der mit seinem souveränen 3:0-Erfolg gegen Voss auf 8:6 erhöhte und damit schon einmal einen nicht unbedingt erwarteten Punktgewinn sicherstellen konnte. Weil Zulauf auch in der zweiten Partie neben sich stand, musste das finale Doppel zwischen Gasio/Tsiarokhin und Grothe/Schneider die Entscheidung bringen.

 

 

Was die junge TTV-Kombination in diesem Doppel zeigte, war Tischtennis vom Feinsten. Wahrscheinlich war es das beste Doppel, was je in der Bärenbachhalle zu sehen gab. Die Krifteler Kombination trug mit einer starken Leistung wahrlich dazu bei. Aber die bessere Antwort hatten immer Gasio/Tsiarokhin parat. Dabei war normal nicht gut genug. Gasio gelang ein No-Look-Ball mit anschließender Drehung, der bei den Zuschauern nur ungläubiges Staunen hinterließ. Tsiraokhin gelangen in Satz drei gleich vier herausragende Bälle, dreimal davon ließ er die Gegner mit einem parallelen Rückhand-Schuss die Gegner ins Leere laufen. Schade, dass keine Kamera dabei gewesen ist. So oder so. Dieses Wochenende und dieses Doppel werden dem TTV noch lange in Erinnerung bleiben.