Zwischenspurt katapultiert TTV 1 raus den Abstiegsrängen

 

Was für ein Vorrunden-Finish des TTV 1! Mit 2:8 Punkten in den Dezember gestartet, hat es das Team geschafft, drei der vier Matches im Dezember zu gewinnen. Auch wenn die einzige Niederlage dabei mit 1:9 in Buschhausen heftig ausfiel, so zeigte das Team in den weitaus wichtigeren Spielen gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten TuS Kriftel, VfR Fehlheim und TG Langenselbold Moral.

 

„Da möchte ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie hat immer an sich geglaubt und sich auch durch unglückliche Niederlagen gegen Teams aus der ersten Tabellenhälfte nicht aus der Ruhe bringen lassen“, so Mannschaftskapitän Carsten Zulauf.

 

Die Grundlage für den erfolgreichen Zwischenspurt legte die Mannschaft mit einem hart umkämpften 9:7-Erfolg beim TuS Kriftel. Beide Mannschaften hatten zu diesem Zeitpunkt lediglich zwei Punkte auf der Habenseite, so dass es ein richtungsweisendes Spiel für beide Mannschaften war. Ein Unentschieden hätte keinem der Teams etwas genutzt. Dass die sympathische Mannschaft aus Kriftel kurzfristig auf ihre Nummer 4, Tobias Schneider, verzichten musste, spielte dem TTV in die Karten.

 

Allerdings ruckelte der TTV-Motor heftig zu Beginn der Partie, denn von den drei anfangsdoppeln konnten nur Schmitt/Zulauf gewinnen. In der ersten Einzel-Halbzeit punkteten dann Jendrzejewski, Janicki und Schmitt in der Mitte und etwas überraschend ein gut aufgelegter Pociask gegen Schlicht, so dass der TTV zur Halbzeit 5:4 in Führung lag. Die anschließend überraschende Niederlage von Jendrzejewski gegen Fröhlich-Wagenbach kompensierte Marco Grohmann mit einem hauchdünnen, aber eminent wichtigen Fünfsatz-Sieg gegen Stockhofe. Stark an diesem Tag die Mitte, in der Janicki und Schmitt nichts anbrennen ließen und auf 8:5 erhöhten. Im hinteren Paarkreuz verpassten es Zulauf und Pociask dann, den Sack zuzumachen. Das war dann dem Spitzendoppel des TTV Jendrzejewski/Grohmann vorenthalten. Diese verloren kurioserweise zwar ihr Anfangsdoppel, gewannen aber am Ende gegen das Spitzendoppel Fröhlich-Wagenbach/Stockhofe recht sicher.

 

Mit den beiden Zählern aus dem Kriftel-Spiel schloss der TTV in der Tabelle mit jetzt 4:10 Punkten zum Aufsteiger aus Fehlheim auf, die mit 5:11 Punkten nur einen Platz vor dem TTV auf Relegationsplatz 8 lagen. „Das war das zweite Vier-Punkte-Spiel innerhalb von nur sechs Tagen. Und nicht einmal das letzte“, so Carsten Zulauf.

 

Entsprechend motiviert ging der TTV ans Werk. Jendrzejewski/Grohmann funktionierten dieses Mal auch am Anfang und gewannen ihre Partie ebenso sicher wie Schmitt/Zulauf das Doppel 3. Jendrzejewski  behielt gegen Bondarev die Oberhand und der TTV damit die knappe Führung. Die entscheidende Stellschraube an diesen TT-Abend aber war das mittleren Paarkreuz, das sich einmal mehr bombenstark präsentierte. Der junge Janicki fand zunächst gegen Mostowys keine Mittel, steigerte sich dann aber zusehends und schaffte den Satzausgleich zum 2:2. Und hier bewies er fantastische Nervenstärke, denn er münzte einen 0:5-Satzrückstand noch in einen Sieg um. Sensationell auch Jochen Schmitt, der den starken Kurkowski nie zu seinem Spiel finden ließ und so auf 5:2 für den TTV erhöhte. Einige Minuten später hieß es sogar 6:2, denn Gregor Pociask gewann sicher gegen Eric Immel. Die Niederlage von Carsten Zulauf, der an diesem Tag nicht einmal annährend zu seinem Spiel fand, läutete die Aufholjagd der Gastgeber ein. Nur Jochen Schmitt stemmte sich dieser erfolgreich entgegen und machte den wichtigen Punkt zum zwischenzeitlichen 7:7. Eine schwere Last, die nun auf den Schultern von Gregor Pociask und dem Schlussdoppel jendrzejewski/Grohmann lag. Aber nicht zu schwer für unsere Jungs. Jendrzejewski/Grohmann waren gegen die russisch-indische Kombination Sourav/Bondarev zu jeder Zeit „Chef“ am Tisch und tüteten zumindest schon einmal das Unentschieden für den TTV ein. In dem Moment, als Jendrzejeweski/Grohmann ihren Matchball verwandelten, wehrte Gregor Pociask im fünften Satz beim Stand von 9:10 einen Matchball gegen sich ab. Einige Augenblicke später erspielte sich Gregor seinen ersten Matchball, den er auch prompt und unter großem Jubel seiner Mitspieler verwandelte. „Das war kämpferisch eine klasse Leistung von Pociask, denn er lag im gesamten Spiel eigentlich nur einmal vorne – und das war am Ende“, sagte ein glücklicher Mannschaftskapitän im einem Augenzwinkern.

 

Mit dem Sieg in Fehlheim zog der TTV in der Tabelle an den Bergsträßern vorbei und stand erstmals seit vielen Wochen nicht mehr auf einem direkten Abstiegsrang.

 

Nur einen Tag später trat der TTV mit jetzt 6:10 Punkten dann zum nächsten Showdown bei der TG Langenselbold an. Diese standen mit 7:9 Punkten und punktgleich mit dem TTC Bergneustadt in unmittelbarer Reichweite des TTV in der Tabelle. Beim TTV war man sich bewusst, mit einem Sieg in Langenselbold an beiden Mannschaften vorbeiziehen zu können und die Vorrunde, nach allem Trubel um das Nicht-Erscheinen der schottischen Neuverpflichtung, sogar auf Platz 6 beenden zu können.

 

Dieser Gedanke spornte unsere Jungs so an, dass sie in Langenselbold nichts anbrennen ließen und mit 9:4 Punkten den bislang höchsten Saisonsieg feierten.

 

Grundlage des Erfolgs war einmal mehr die 2:1-Doppelführung durch Jendrzejewski/Grohmann und Schmitt/Zulauf. Mindestens aber genauso wichtig war der Sieg von Marco Grohmann gegen Langenselbold-Spitzenspieler Christoph Waltemode. Die beiden Angriffspieler lieferten sich ein sehenswertes Match mit Matchballen im fünften Satz auf beiden Seiten – mit dem glücklicheren, aber nicht unverdienten Ende für Marco Grohmann. Da auch Jendrzejewski gegen Prause und Janicki gegen Röhr gewannen führte der TTV schnell mit 5:1 Spielen.

 

Die Fünfsatz-Niederlage von Jochen Schmitt brachte den TTV nicht aus der Ruhe. Ganz im Gegenteil. Zulauf, Pindura und Jendrzejewski erhöhten in der Folge sogar auf 8:2. Die folgenden Niederlagen von Grohmann gegen Prause und Janicki gegen Schreitz fielen dann nicht mehr ins Gewicht, denn Langenselbold-Spieler Röhr schenkte seine Partie gegen Schmitt verletzungsbedingt ab.

 

„Wir haben mit diesem Zwischenspurt ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz gesendet. Einige hatten uns schon abgeschrieben. Oder es zumindest gehofft, uns abschreiben zu können“, so Carsten Zulauf. „Wir haben uns eine gute Ausgangsbasis erarbeitet, die uns so keiner mehr zugetraut hat. Die Mannschaft ist hungrig auf den Klassenerhalt, das merkt man ihr deutlich an. Und das macht Spaß“.