Das war eng: TTV schlittert nur um Haaresbreite an Sensation gegen Fulda-Maberzell vorbei

Nach den beeindruckenden Siegen gegen Süchteln und Buschhausen war das Team des TTV völlig überaschend nach 5 Siegen an die Tabellenspitze geklettert. Das hätte wohl niemand vor der Saison für möglich gehalten. Nun kam der haushohe Meisterschaftsfavorit TTC Rhönsprudel Fulda Maberzell, gespickt mit aktuellen und ehemaligen Nationalspielern, in die Bärenbachhalle. Die tolle Entwicklung der Mannschaft hatte sich offenbar herum gesprochen, so dass die Halle mit 120 Zuschauern aus allen Nähten platzte. Die Besucher sahen emotionales und hochklassiges Tischtennis von beiden Teams.
 
Der TTV legte einen Blitzstart hin. Grohmann/Moritz zeigten gegen Meng/Feber ein Doppel wie aus einem Guss und landeten gegen eines der besten 2er Doppel der Liga einen 3:0 Erfolg. Jendrzejewski/Linnenkohl spielten gegen die favorisierten Keinath und Meng junior groß auf und erkämpften einen 3:1 Sieg. Die beiden Neuzugänge spielen bisher ein sensationelles Doppel und verloren in 5 Spielen erst gegen ein Spitzendoppel. Das dritte Doppel Pindura/Schmtt gegen Fischer/Tomaniec ging nach engem Spielverlauf 3:1 an die Gäste.
 
Im ersten Einzel rang Patryk Jendrzejewski den Jugendnationalspieler Fan Bo Meng in 5 Sätzen nieder und zeigte sich gewohnt kampfstark. Fabian Moritz konnte gegen den wohl besten Spieler der Liga und aktuellen slowakischen Nationalspieler Thomas Keinath phasenweise gut mithalten, verlor aber erwartungsgemäß, so dass es 3:2 für den TTV stand. Im mittleren Paarkreuz kam es zum Duell zwischen Marco Grohmann und dem ehemaligen Nationalspieler und langjährigen Bundesligaspieler Hansi Fischer. In einem Spiel auf Augenhöhe zeigten beide grandiose Ballwechsel und ernteten viel Applaus vom Publikum. Nach 1:2 Satzrückstand fightete Grohmann sich in den 5 Satz und zog gegen den 32 Jahre älteren Fischer hauchdünn den Kürzeren. Filip Pindura unterlag anschließend dem Ex-Bundesligaspieler Meng Qing Yu, der zu den besten Aufschlägern der Liga zählt.
 
Beim Stande von 3-4 ging Johannes Linnenkohl in die Box und verteidigte seine weiße Weste in einem starken Spiel gegen den langjährigen TTV Spieler Jiri Tomaniec durch ein 3:0. Im anschließenden Spiel gegen den ehemaligen tschechischen Nationalspieler Feber ging Jochen Schmitt als Außenseiter an den Tisch. In einem fantastischen Spiel zeigte Schmitt sein ganzes Repertoire und begeisterte die Fans insbesondere mit seinem Rückhand-Blockschuss, der so in keinem Lehrbuch zu finden ist. Nach dem 3:1 Erfolg führte der TTV mit 5:4.
 
Im zweiten Durchgang traf Patryk Jendrzejewski auf Keinath und spielte sich phasenweise in einen Rausch. In einem hochklassigen Spiel trugen die Zuschauer Jendrzejewski zu einem unerwarteten 3:1 Sieg gegen den Top-Spieler der Liga. Langsam keimte bei dem ein oder anderen Zuschauer die Hoffnung auf, zumindest einen Punkt und damit auch die Tabellenführung in Stadtallendorf zu behalten. Anschließend zeigt Maberzell aber seine besondere Klasse. Im Duell der 2er traf Fabian Moritz auf Meng junior und wollte seinen Sieg aus der letzten Rückrunde wiederholen. Moritz konnte die bärenstarke Rückhand von Meng zu selten ausschalten und konnte seine Chancen vor allem bei 10:7 Führung im 2. Satz nicht nutzen. Das Ergebnis war der 6:5 Zwischenstand.
Danach zeigten die Fuldaer, dass sie das beste mittlere Paarkreuz der Liga haben. Marco Grohmann verlor nach 10-12 im ersten Satz gegen Meng senior, der als Penholderspieler und Linkshänder ein nicht alltäglicher Gegner für den TTV Youngster war. Gegen Hansi Fischer hielt Filip Pindura phasenweise gut mit und konnte seine Vorhand-Granate zünden. Mehr als einen Satzgewinn konnte er jedoch nicht verbuchen. Johannes Linnenkohl zeigte eineinhalb Sätze gegen Feber eine fehlerfreie Leistung. Im zweiten Satz konnte er seine Führung nicht ins Ziel bringen und musste mit 12-14 den Satzausgleich hinnehmen. Die Sätze 3 und 4 gingen trotz starker Gegenwehr an Feber. Die erste Saisonniederlage für Linnenkohl, ein bärenstarker Einstand. Jochen Schmitt krönte im Spiel der 6er gegen Tomaniec seinen "Sahnetag" mit einem ungefährdeten 3:0 Sieg.
 
Wahnsinn: Der TTV stand gegen den Aufstiegsfavoriten im Abschlussdoppel und die Halle war ein Hexenkessel! Grohmann/Moritz traten zum Finale gegen Keinath/Meng an. Die TTV´ler starteten furios und wurden von den Fans nach vorne gepeitscht. Nach gewonnenem 1. Satz, hatten sie die Chance auf 2:0 zu erhöhen, zogen jedoch mit 9:11 den Kürzeren. Der 3. Satz ging auch an Fulda, dann Satzausgleich. Das Spiel stand auf Messers Schneide, aber Grohmann/Moritz konnten die 3:1 Führung im 5 Satz nicht ins Ziel bringen und verloren 8:11.
 
Fazit: Großer Sport, tolle Atmosphäre! Eine Riesenleistung des Teams, das einen Punkt verdient gehabt hätte.

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